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start:energietraegerpreise

Mögliche Entwicklung der Energieträgerpreise in Österreich

Die Energieträgerpreise spielen für die Wirtschaftlichkeit von energierelevanten Investitionsoptionen eine entscheidende Rolle, da sie die laufenden Kosten energieträgerintensiver Technologien dominieren. Für die Szenarien in SolarFoods wird die Bandbreite einer möglichen Entwicklung der industriellen Energieträgerpreise in erster Linie ebenfalls aus der Studie von (Kratena et al., 2013) abgeleitet. Von den in der genannten Studie erarbeiten Szenarien wird das Niedrigpreisszenario als untere Grenze und das Hochpreisszenario als obere Grenze der möglichen Entwicklungen herangezogen. Das Niedrigpreisszenario spiegelt eine Steigerung der internationalen Rohölpreise (Brent) auf 108 bzw. 117 US$/bbl bis 2020 bzw. 2030 wider, im Hochpreisszenario wird angenommen, dass die Rohölpreise auf 135 bzw. 180 US$/bbl steigen werden. Für die internationalen Gaspreise werden Steigerungen auf 10,5 bzw. 13 US$/Mbtu bis 2020 und Steigerungen auf 10,8 bzw. 18 US$/Mbtu unterstellt. (Kratena et al., 2013) Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass die resultierenden österreichischen Großhandelspreise neben den Annahmen zur Entwicklung der internationalen Rohöl- und Gaspreise auch von den Annahmen zum Wirtschaftswachstum beeinflußt werden. Ein langsameres Wachstum der Produktion führt zu einer geringeren Nachfrage nach Energieträgern und damit zu geringeren Großhandelspreisen. Für das Niedrig- bzw. Hochpreisszenario in (Kratena et al., 2013) wurde auch ein niedriges bzw. hohes Wirtschaftswachstum unterstellt. Daher werden die resultierenden niedrigen bzw. hohen Entwicklungspfade der Großhandelspreise für ein mittleres Wachstum der österreichischen Lebensmittelindustrie, wie es für die Szenarien in SolarFoods angenommen wird, als Bandbreite in beide Richtungen betrachtet. Die Entwicklungen der industriellen Gas- und Ölpreise werden direkt aus der oben genannten Studie entnommen, Preise für Strom und feste Biomassebrennstoffe sind kein Ergebnis des dabei verwendeten Modells. Für die Entwicklung der Strompreise wird angenommen, dass sich die energiepreisabhängigen Komponenten mit dem Großhandelsstrompreis entwickeln. Die Veränderungen im Großhandelsstrompreis werden berechnet, indem das Mittel der Preisänderungen der für die Strombereitstellung in erster Linie eingesetzten Energieträger Kohle und Gas unterstellt werden. Für die Berechnung werden derzeitige Kosten für CO2-Emissionen kalkuliert, zukünftig mögliche Entwicklungen werden für die unterschiedlichen Szenarien nicht eingerechnet. Die Preise für Hackschnitzel werden aus der Studie (Schipfer et al., 2013) entnommen. Die zukünftige Entwicklung der Hackschnitzelpreise wird mit einer 70%igen Kopplung an die Entwicklung der Preise für Gas und Öl berechnet, wobei die Gewichtung mit 80% zu Gas und 20% zu Öl erfolgt. Neben der Unsicherheit im Hinblick auf die Entwicklung fossiler Energiepreise, existiert diese auch im Bereich Biomasse, wobei hier nicht nur die generelle Unsicherheit zukünftiger Preis-Entwicklungen von Relevanz ist, sondern vor allem auch die Relation zu fossilen Energiepreisen. Dies ergibt sich daraus, dass Biomasse-Preise neben fossilen Energiepreisen von einer Unzahl anderer Einflussgrößen geprägt sind (z.B. Stürme und andere Kalamitäten im Forstsektor, Wechselwirkungen mit der Konjunktur-Entwicklung and anderen Branchen, wie z.B. der Papierindustrie, die auf denselben Rohstoff zugreifen). Diesem Umstand wurde bei der Modellierung Rechnung getragen, indem die Unternehmen diese Unsicherheit in gewissem Ausmaß in ihrer Entscheidung berücksichtigen.

start/energietraegerpreise.txt · Last modified: 2013/11/07 14:50 by admin